15.06.2009
 Einkaufsvergnügen nicht nur für Mondsüchtige

Die erste Marbacher Erlebnisnacht ist ein voller Erfolg gewesen - Mond und Sterne standen im Mittelpunkt

Marbach. Luna ist bei der ersten Tobias-Mayer-Mondnacht Pate gestanden. Die Nachtschwärmer sind am Samstag voll auf ihre Kosten gekommen. Den Einkaufsbummel im Mondschein haben die Besucher genauso genossen wie die künstlerischen Darbietungen.

Marbach hat weitaus mehr zu bieten als den Dichterfürsten Friedrich Schiller. Ganz bewusst haben die Organisatoren der Interessensgemeinschaft der Selbstständigen (IGS) die erste Erlebnisnacht unter das Motto Tobias Mayer gestellt.

Foto: Marbacher Zeitung
Schließlich ist der Astronom und Mathematiker der zweite große Sohn Marbachs.
Gut gelaunt schlendern tausende von Besuchern durch die Marktstraße. 35 Einzelhändler öffnen ihre Geschäfte und laden zum lunatischen Einkaufsbummel ein. Der Andrang sei zwar nicht so groß wie beim verkaufsoffenen Sonntag, an dem sich rund 20 000 Menschen durch die Innenstadt gedrängt haben, sagt Friedemann Sorg, einer der IGS-Vorsitzenden. Mit der Resonanz ist er trotzdem zufrieden. Schließlich starten die Selbstständigen mit der Mondnacht einen Versuchsballon. "Wir möchten schauen, wie die Veranstaltung angenommen wird." Die Erlebnisnacht zu wiederholen, sei durchaus denkbar.
Das kulturelle Zentrum der Mondnacht ist der Burgplatz. KAJOM, die Jongliergruppe der katholischen Kirchengemeinde, führt ein artistisches Spektakel nach dem anderen auf. Vor allem in der Dunkelheit kommen die stimmungsvollen Darbietungen zu sphärischen Klängen zur Geltung. Die Besucher tauchen in eine ganz besondere Atmosphäre ein.
"Ich genieße die Atmosphäre hier", schwärmt Reiner Scheike. "Es ist einfach toll." Dass Tobias Mayer mit so einer Veranstaltung die verdiente Beachtung findet, ist für ihn besonders wichtig. "Tote Hose in Marbach - das war einmal", betont Helmut Haas. "Was die IGS hier auf die Beine gestellt hat, ist klasse." Eine ausgiebige Shoppingnacht steht bei den beiden Herren nicht auf dem Plan. Am lauen Sommerabend schlendern sie über die Marktstraße, treffen sich mit Freunden und erleben einen entspannten Samstagabend.
Mit konzentriertem Blick auf ein handliches GPS-Gerät sind einige Besucher in der Innenstadt unterwegs.

Foto: Andrea Opitz  (MZ)
Ihr Ziel ist es, alle sechs vorgegebenen Koordinaten ausfindig zu machen. An den einzelnen Stationen wie dem Torturm oder Schillers Geburtshaus finden die Geocacher Hinweise auf das nächste Ziel. Es handelt sich um eine moderne Version der Schnitzeljagd.
Charly Hayta und seine vierjährige Tochter Linda kommen den Sternen ein Stück näher. Vor dem Schuhhaus Dietle klettern die beiden in eine Gondel und begutachten das Geschehen aus 50 Metern Höhe. "Es ist ein imposanter Ausblick", schwärmt Hayta.
Volles Haus beim SPD-Altstadtfest. Dicht an Dicht drängen sich die bei der Hocketse auf dem Kelterplatz. Der Bundestagskandidat Thorsten Mayer und die Landtagsabgeordnete Christine Rudolf mischen sich unter die Menge. Ginge es nach dem eigentlichen Turnus, hätte die CDU in diesem Jahr das Altstadtfest ausrichten müssen. Weil diese abgesagt habe, sei die SPD kurzfristig eingesprungen, erklärt Stadträtin Ute Rößner.

Foto: Privat
Viele Besucher sind in historische Kleidung gewandet unterwegs.
Als literarisches Schmankerl hat Gunter Jazdziewski vom Schreibwaren- und Buchladen Druti Autorenlesungen organisiert. Selbstverständlich standen dabei die Nacht und der Mond im Vordergrund. In der Buchhandlung Aigner erstellt die Astrologin Ulrike Isringhausen Horoskope.
Wer mehr über das Leben und Wirken von Tobias Mayer wissen möchte, wird von den Profis am Stand des Toboa-Mayer-Vereins aufgeklärt.

Foto: Andrea Opitz  (MZ)
Der Physiker Helmut Knopp weist die Besucher in die aufwendige Arbeit mit einem Sextanten ein. Um die Höhe des Gestirns über der Kimm mit diesem Instrument zu messen, brauche der Seefahrer jede zahlreiches Karten- und Tabellenmaterial sowie jede Menge Leidenschaft.

15.06.2009 - aktualisiert: 15.06.2009 20:40 Uhr