Marbach: Bei der jüngsten Auflage der "Marbacher Köpfe im Gespräch" hat sich Armin Hüttermann den Fragen der Moderatorin Elke R. Evert gestellt. Als Überraschungsgast hat sie den Hobbyastronomen Ernst-Jochen Beneke in den Schlosskeller eingeladen. -----------------------
Von Andrea Opitz
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Fünf Jahre lang musste Elke R. Evert darauf warten, dass sich Armin Hüttermann in die Riege der "Marbacher Köpfe" einreiht. Die Hartnäckigkeit der Moderatorin hat sich allerdings gelohnt. Die 24. Veranstaltung mit dem Vorsitzenden des Tobias-Mayer-Vereins war informativ und unterhaltsam zugleich.
Mann im Hintergrund
Armin Hüttermann halte sich zwar gerne im Hintergrund, "aber umso effektiver ist seine Arbeit", weiß Elke R. Evert. Seit er den Vorsitz des Tobias-Mayer-Vereins im Jahre 1984 übernahm, habe sich die Mitgliederzahl auf knapp 200 mehr als verdoppelt.
Wie schafft man es, sich in Marbach aus dem Schatten von Friedrich Schiller zu lösen? "Mayer und Schiller sind zwei verschiedene Welten", sagt Armin Hüttermann. Es gebe durchaus Leute, die sich für andere Menschen als für Dichter interessierten. Zwischen dem Tobias-Mayer-Verein und dem Schillerverein sieht Hüttermann jedenfalls keine Konkurrenz. Im Gegenteil. Beide Vereinigungen ergänzten sich. Eigentlich müsste Friedrich Schiller als zweiter großer Sohn der Stadt gelten, betonte der aktuelle Marbacher Kopf augenzwinkernd. Denn Mayer sei älter.
Dem Verein die Treue halten
Der Geograf und Kartograf Armin Hüttermann lehrt als Professor seit den 1980er Jahren an der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg. Demnächst tritt er seinen Ruhestand an. Dem Tobias-Mayer-Verein will er weiterhin die Treue halten. Und wird er auch Marbach treu bleiben? "Wo soll ich denn sonst hin?" sagt Hüttermann und schmunzelt. Der umtriebige Wahl-Marbacher ist in Thüringen geboren und in Duisburg aufgewachsen. Studiert hat er unter anderem in Tübingen. Armin Hüttermann ist gerne auf Reisen. Zu Neuseeland hat er eine besonders innige Beziehung aufgebaut. Dort gebe es alles, was die Naturgeografie zu bieten habe, erklärt er. Acht mal hat er sein Lieblingsland bereits bereist. Im kommenden Jahr plant er eine Exkursion mit Studenten.
Die Planungsarbeit nimmt in diesem Jahr viel Raum ein bei Armin Hüttermann. Am 17. Februar jährt sich der Geburtstag des Astronomen Tobias Mayer zum 286. Mal. Und genau an diesem Tag soll der letzte Band der vierteiligen Gesamtausgabe über die Arbeit Mayers erscheinen, mit der sich der Verein seit Jahren beschäftigt. Und noch ein Ziel hat sich Hüttermann gesteckt: Der weltweit erste Mondglobus, den Tobias Mayer konzipiert, allerdings nicht fertig gestellt hat, soll in der kommenden Woche im Marbacher Rathaus präsentiert werden. Der Verein habe es sich zum Ziel gesetzt, das Werk Mayers zu vollenden. "Beide Projekte sind Jahrhundertprojekte", sagt Hüttermann stolz.
Ernst-Jochen Beneke ist der Überraschungsgast
Den Überraschungsgast des
Abends, Ernst-Jochen Beneke, hat die Moderatorin Elke R. Evert ganz bewusst eingeladen. Denn er beschäftigt sich seit seinen Jugendtagen mit den Arbeiten von Tobias Mayer. Als Hobbyastronom erklärt Beneke zudem den Zeitungslesern einmal pro Monat den Sternenhimmel. Und was schätzt der Überraschungsgast an Armin Hüttermann besonders? "Die Energie, mit der er Tobias Mayer auf den Spuren bleibt", antwortet Ernst-Jochen Beneke.

"Marbacher Köpfe im Gespräch" ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der Schiller-Volkshochschule und der Marbacher Zeitung. Der kurzweilige Abend ist von dem Chor Sing for Fun des Liederkranzes Marbach musikalisch begleitet worden.

11.02.2009 - aktualisiert: 11.02.2009/14:07 Uhr
QUELLE: Marbacher Zeitung vom 11.02.2009