Tobias Mayer - Längenpreis

Tobias Mayer erhielt 1765, drei Jahre nach seinem Tode, 3000 £ für die Entwicklung eines Verfahrens zur exakten Bestimmung der geographischen Länge.
Das britische Parlament hatte mehr als 50 Jahre zuvor (1713) den „Längenpreis“ ausgeschrieben, damit die weltweit agierende britische Flotte verlässliche Daten zur Position ihrer Schiffe erhielt. Bis dahin waren die Angaben sehr ungenau und es kam immer wieder zu verheerenden Schiffsunglücken. So liefen im Jahre 1707 vier britische Kriegsschiffe vor den Scilly Isles auf Riffe und mehr als zweitausend Marinesoldaten ertrunken – weil der Kapitän die Position des Schiffes nicht kannte.

Tobias Mayers Lösung des Problems bestand darin, dass er den Sternenhimmel als Uhr „lesbar“ machte. Er berechnete die Stellung des Mondes zu Planeten im Voraus, und in den daraus zusammengestellten Tabellen konnte man die jeweilige Uhrzeit in London ablesen. Nun brauchte man nur noch die eigene Ortszeit damit zu vergleichen und aus der Zeitdifferenz ergibt sich die Differenz in der geographischen Länge zwischen diesen beiden Orten.

Mayers Verdienst bestand in der genauen Vorausberechnung vor allem der Mondbahn, aus der Vereinfachung der Rechnungen und Rechenverfahren sowie in der Präzisierung der Messungen (Messgeräte und Messverfahren). Mit seinen Verfahren wurde eine hohe Genauigkeit erreicht. Die Messung der „Monddistanzen“ war bis in unsere Tage eine verlässliche Methode zur Bestimmung der geographischen Länge eines Ortes.